Modellbahn Keks
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Auhagen Industriewände als Grundlage für Kitbashing im Gebäudemodellbau
Umbauen · Kombinieren · Individualisieren

Kitbashing im Modellbau | Bausätze kreativ umbauen

Aus bekannten Bausätzen individuelle Gebäude machen: Wände neu kombinieren, Hallen verlängern, Fenster versetzen, Dächer verändern, Anbauten ergänzen und mit Polystyrolplatten und Profilen genau an die eigene Anlage anpassen.

Ein vorhandener Bausatz wird zum Rohmaterial

Was bedeutet Kitbashing bei der Modelleisenbahn?

Kitbashing bedeutet, einen vorhandenen Bausatz nicht einfach nach Anleitung aufzubauen, sondern seine Teile anders zu verwenden, umzubauen oder mit Bauteilen anderer Modelle zu kombinieren. Zwei Fabrikhallen können beispielsweise zu einem langen Werkgebäude werden. Die Rückwand eines Hauses kann zur Seitenwand werden, ein Schuppen erhält ein fremdes Dach oder ein Fenster wird durch ein großes Werkstatttor ersetzt.

Kitbashing im Modellbau | Bausätze kreativ umbauen ist besonders interessant, wenn ein fertiges Modell grundsätzlich gefällt, aber nicht genau zur verfügbaren Fläche passt. Ein Bahnhof ist zu lang, eine Fabrik zu kurz oder ein Gebäude besitzt auf der sichtbaren Seite die falsche Fensteranordnung. Statt einen völlig neuen Eigenbau zu beginnen, werden vorhandene Bauteile passend verändert.

Dabei müssen nicht zwingend mehrere komplette Bausätze verwendet werden. Auch einzelne Wandmodule, Fenster, Giebel, Dachplatten und Profile genügen. Das Auhagen-Baukastensystem ist dafür besonders geeignet, weil Wände, Giebel, Säulen, Fenster und Dächer einzeln kombiniert werden können. Evergreen-Polystyrolplatten und Profile schließen Lücken, verlängern Dächer oder erzeugen technische Anbauten.

Kitbashing funktioniert auch bei Fahrzeugen, Brücken und Industrieanlagen. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf Gebäude und Architektur, weil dort Wandmodule, Fenster, Dächer und universelle Kunststoffprofile besonders viele Möglichkeiten bieten.

Bausatz zerlegen Nicht nach Bauabschnitten, sondern nach nutzbaren Wänden, Dächern und Details denken.
Neu kombinieren Bauteile dürfen gedreht, gekürzt, verlängert oder mehrfach eingesetzt werden.
Lücken schließen Polystyrolplatten und Profile verbinden Bausatzteile unterschiedlicher Herkunft.
Einheitlich gestalten Farbe und Alterung lassen den fertigen Umbau wie ein einziges Gebäude wirken.
Schon kleine Veränderungen verhindern den Serienmodell-Eindruck

Welche Umbauten eignen sich besonders gut für Kitbashing?

Fabrik verlängern

Mehrere gleichartige Wandsegmente nebeneinander setzen. Säulen, Fallrohre oder Anbauten können Übergänge zwischen den Modulen verdecken.

Halbrelief bauen

Vorderwand und kurze Seitenwände genügen für Hintergrundgebäude. So entsteht eine glaubwürdige Stadt- oder Industriekulisse bei geringer Tiefe.

Fenster versetzen

Nicht benötigte Öffnungen schließen und neue Fensterachsen erzeugen. So verändert sich der Charakter einer bekannten Bausatzfassade deutlich.

Dachform ändern

Aus Satteldach kann Pultdach werden, ein Hallendach erhält Oberlichter oder eine zusätzliche Dachfläche verbindet mehrere Gebäudeteile.

Anbau ergänzen

Polystyrolplatten erzeugen Lager, Treppenhäuser, Werkstätten oder Maschinenräume, ohne dass ein zweiter kompletter Bausatz nötig ist.

Industrieanlage kombinieren

Hallen, Rohre, Träger, Rampen und Schornsteine verschiedener Modelle können zu einem zusammenhängenden Produktionskomplex werden.

Zwischen Bausatz und vollständigem Eigenbau

Was ist der Unterschied zwischen Kitbashing und Scratchbuilding?

Beim Kitbashing bilden vorhandene Bausatzteile den Ausgangspunkt. Beim Scratchbuilding wird das Modell stärker aus Rohmaterial nach eigener Zeichnung gefertigt. In der Praxis gehen beide Methoden oft ineinander über. Wird eine Bausatzwand verlängert und die fehlende Fläche aus Polystyrol ergänzt, enthält dasselbe Gebäude bereits beide Arbeitsweisen.

Methode Ausgangspunkt Typisches Beispiel
Bausatzbau ein kompletter Bausatz Gebäude weitgehend nach der mitgelieferten Anleitung aufbauen.
Kitbashing ein oder mehrere vorhandene Bausätze Fabrik verlängern, Wände tauschen oder Gebäudeteile neu kombinieren.
Scratchbuilding Rohmaterial und eigener Plan Gebäude aus Polystyrolplatten, Profilen und einzeln ausgewählten Fenstern neu konstruieren.
Vor dem ersten Sägeschnitt muss die neue Silhouette feststehen

Kitbash vor dem Zerschneiden der Bausätze planen

Legen Sie die benötigte Grundfläche zunächst auf der Anlage fest. Anschließend werden die vorhandenen Wandteile ohne Klebstoff ausgelegt. Fotos oder Scans der Fassaden können auch auf Papier ausgeschnitten und zu einer schnellen Probefassade zusammengesetzt werden.

Besonders wichtig sind gemeinsame Höhen. Unterschiedliche Bausätze lassen sich leichter kombinieren, wenn Traufe, Geschosse oder Sockel ungefähr zusammenpassen. Kleine Abweichungen können durch Fundamente, Dachaufbauten oder verbindende Anbauten kaschiert werden.

Prüfen Sie außerdem die Wandstärke. Teile verschiedener Hersteller können unterschiedlich dick sein. Auf der Rückseite helfen Polystyrolstreifen oder Winkelprofile, Vorderseiten exakt bündig auszurichten und die Verbindung gleichzeitig zu verstärken.

Vom Serienbausatz zum individuellen Gebäude

Kitbashing Schritt für Schritt durchführen

1

Basisbausatz auswählen

Ausgangspunkt
Die nutzbaren Teile sind wichtiger als das fertige Katalogbild

Prüfen Sie Wandlängen, Fenster, Giebel und Dachflächen. Ein Bausatz kann für Kitbashing interessant sein, obwohl das vorgesehene Gesamtgebäude überhaupt nicht zur Anlage passt.

2

Neue Fassade trocken zusammenlegen

Entwurf
Erst kombinieren, bevor Kunststoff getrennt wird

Ordnen Sie Fassadensegmente auf einer ebenen Fläche neu an. Experimentieren Sie mit gedrehten Seitenwänden, mehreren gleichen Modulen und versetzten Anbauten.

3

Schnittlinien anzeichnen

Umbau
Nach vorhandenen Fugen und Pfeilern schneiden

Schnitte fallen später weniger auf, wenn sie entlang von Gebäudeecken, Ziegelfugen, Säulen oder Gesimsen verlaufen. Sichtbare Details möglichst nicht mitten durchtrennen.

4

Wandteile sauber trennen

Werkzeug
Messer, Feinsäge oder Ritztechnik passend zum Material wählen

Dünne Polystyrolteile lassen sich häufig anritzen und brechen. Dickere Wände werden mit geeigneter feiner Säge getrennt. Anschließend Schnittflächen eben feilen und trocken anpassen.

5

Neue Baugruppen verstärken

Stabilität
Die Rückseite darf funktional statt schön sein

Polystyrolstreifen, Winkel und Platten hinter der Verbindung halten lange Wände gerade. Bei großen Hallen sorgen zusätzliche Querwände oder Decken für dauerhafte Stabilität.

6

Öffnungen und Dächer anpassen

Architektur
Jetzt entsteht die neue Gebäudefunktion

Fenster können geschlossen, Tore vergrößert und Dächer verlängert werden. Neue Platten und Profile ergänzen die Stellen, für die kein passendes Bausatzteil vorhanden ist.

7

Schnittstellen optisch vereinheitlichen

Finish
Farbe macht aus mehreren Bausätzen ein gemeinsames Modell

Fugen werden verspachtelt oder durch Pfeiler, Fallrohre und Anbauten verdeckt. Eine gemeinsame Grundfarbe und abschließende Patina verbinden unterschiedlich gefärbte Kunststoffteile.

Der beste Schnitt ist später kaum als Umbau erkennbar

Schnittstellen, Fugen und Übergänge beim Kitbashing verstecken

Eine Verbindung zwischen zwei Bausatzwänden sollte möglichst einer echten Gebäudefuge ähneln. Besonders praktisch sind Ecksäulen, Ziegelfriese, Fallrohre, Wandpfeiler oder ein kleiner Anbau. Sie verdecken nicht nur den Schnitt, sondern besitzen zugleich eine nachvollziehbare architektonische Funktion.

Neutrales Baumaterial erweitert jeden Bausatz

Polystyrolplatten, Profile und Ersatzteile fürs Kitbashing

Universelle Polystyrolteile sind besonders nützlich, wenn zwischen zwei Bausätzen ein Bauteil fehlt. Glatte Platten verlängern Wände und Dächer, dünne Streifen bilden Rahmen und Gesimse, Winkelprofile verstärken Gebäudeecken und I- oder H-Profile erzeugen sichtbare Stahlkonstruktionen.

Material Typische Kitbashing-Aufgabe Beispiel
Polystyrolplatte Lücken schließen und neue Wandflächen erzeugen Fabrik um einen selbst gebauten Anbau verlängern.
Winkelprofil Gebäudeecke und Wandverbindung verstärken Zwei gekürzte Fassadenteile rechtwinklig verbinden.
I-/H-Profil technische Konstruktion ergänzen Hallenträger, Vordach oder Stahlrahmen bauen.
Fenster & Türen Fassadenfunktion verändern Wohnhauswand zur Werkstatt- oder Lagerfassade umbauen.
Dachplatte neuen Grundriss abdecken verlängerte Halle mit durchgehendem Dach versehen.
Kitbashing ist nicht auf H0 beschränkt

Kitbashing für Z, N, TT, H0, S, 0, 1 und G

Nenngröße Maßstab Besonders sinnvoll beim Kitbashing
Z 1:220 Halbreliefs und Hintergrundgebäude; sehr feine Profile verwenden.
N / Nm 1:160 Fabriken und Stadtkulissen auf kleiner Tiefe; spezielle N-Fenster erleichtern Umbauten.
TT / TTe / TTm 1:120 Bahnhöfe, Industrie und Gebäudeanbauten; viele H0/TT-Zubehörteile sind gemeinsam nutzbar.
H0 / H0e / H0m / H0f 1:87 Sehr große Auswahl an Basisbausätzen, Wandmodulen, Fenstern und Profilen.
S 1:64 Universelle Polystyrolplatten und Profile besonders interessant.
0 / 0e / 0m ca. 1:45 Bausätze mit Eigenbauteilen erweitern; Schnittstellen müssen detaillierter ausgearbeitet werden.
1 / Im 1:32 Große Anbauten und technische Ergänzungen mit Profilen und Platten.
G / IIm / II ca. 1:22,5 und größer Modulare Industrie- und Gartenbahngebäude; Außeneignung des Materials beachten.
Bausätze und Rohmaterial sinnvoll kombinieren

Hersteller für Kitbashing und individuellen Gebäudebau

Auhagen bietet modulare Wände und Architekturteile, Evergreen universelle Polystyrolplatten und Profile. FALLER, Kibri, Vollmer, Busch und PIKO ergänzen zahlreiche Basisbausätze und Gebäudeteile.

Aktuelle Bausätze und Bauteile direkt aus dem Webshop

Kitbashing-Produkte live suchen und filtern

Die Artikelsuche durchsucht aktuelle Gebäude-Bauteile, Bauplatten, Basisbausätze, Herstellerseiten, Kleber und Werkzeuge. Anschließend werden die Produktdetailseiten einzeln auf Themenbezug und Archivstatus geprüft. Archivierte Artikel werden nicht angezeigt; Preis und Lieferzustand werden bewusst nicht übernommen.

Aktuelle Kitbashing-Artikel werden beim Erreichen dieses Bereichs geprüft …

Ein guter Kitbash sieht geplant aus – nicht zusammengesetzt

Typische Fehler beim Kitbashing vermeiden

1

Ohne Stellprobe schneiden

Wandteile zuerst auf Papier oder trocken kombinieren. Ein abgeschnittenes Fassadensegment lässt sich nur schwer wieder verlängern.

2

Wandstärken ignorieren

Teile unterschiedlicher Hersteller können versetzt stehen. Rückseitige Streifen und Profile schaffen eine gemeinsame Flucht.

3

Schnittstellen sichtbar lassen

Eine harte Trennlinie mitten in der Fassade verrät den Umbau. Pfeiler, Fallrohre, Anbauten oder strukturierte Fugen kaschieren Übergänge.

4

Spenderteile farblich unverändert lassen

Mehrere Bausätze besitzen oft unterschiedliche Kunststofffarben. Gemeinsame Lackierung und Patina erzeugen eine einheitliche Architektur.

Häufige Fragen zum Umbauen und Kombinieren von Bausätzen

Fragen und Antworten zum Kitbashing

Was bedeutet Kitbashing?

Beim Kitbashing wird ein vorhandener Bausatz verändert oder werden Teile mehrerer Bausätze zu einem neuen Modell kombiniert. Ziel ist ein Gebäude oder Fahrzeug, das sich vom ursprünglichen Serienmodell unterscheidet.

Was ist der Unterschied zwischen Kitbashing und Scratchbuilding?

Kitbashing beginnt mit vorhandenen Bausatzteilen. Scratchbuilding beginnt stärker mit Rohmaterial und eigener Konstruktion. Viele Projekte verwenden beide Techniken gleichzeitig.

Welche Gebäude eignen sich besonders gut zum Kitbashing?

Fabriken, Lagerhallen, Lokschuppen, Stadthäuser und Bahnhöfe eignen sich besonders gut, weil ihre Wände häufig modular aufgebaut sind und Erweiterungen glaubwürdig wirken.

Kann man Bausätze verschiedener Hersteller kombinieren?

Ja. Entscheidend sind Maßstab, Wandstärke, Baustil und Material. Übergänge können mit Profilen, Säulen, Anbauten und gemeinsamer Farbgestaltung optisch vereinheitlicht werden.

Wie verlängert man eine Modellfabrik?

Wandmodule werden an einer architektonisch sinnvollen Stelle getrennt und zusätzliche Fassadensegmente eingefügt. Rückseitige Polystyrolstreifen stabilisieren die Verbindung.

Wie kann man Fenster beim Kitbashing versetzen?

Nicht benötigte Öffnungen werden mit passendem Wandmaterial geschlossen. Neue Öffnungen werden nach den tatsächlichen Abmessungen der vorgesehenen Fenster ausgeschnitten und vorsichtig angepasst.

Welches Material eignet sich zum Schließen von Lücken?

Polystyrolplatten sind besonders praktisch, wenn die übrigen Bausatzteile ebenfalls aus Kunststoff bestehen. Strukturplatten können anschließend Ziegel, Naturstein oder andere Fassaden nachbilden.

Wie versteckt man Schnittstellen zwischen zwei Bausätzen?

Schnitte möglichst an Gebäudeecken, Pfeilern oder Fugen vorsehen. Zusätzlich können Säulen, Dachrinnen, Fallrohre oder kleine Anbauten den Übergang verdecken.

Ist Kitbashing auch für Spur N und TT geeignet?

Ja. Für TT und N stehen eigene Gebäude und Bauteile zur Verfügung. Universalprofile müssen lediglich fein genug gewählt werden, damit sie im kleineren Maßstab nicht zu massiv wirken.

Wie wird ein Kitbash am Ende optisch einheitlich?

Schnittstellen werden sauber verspachtelt oder kaschiert. Anschließend erhalten die sichtbaren Teile eine gemeinsame Farbwirkung, passende Fugen und eine durchgehende Alterung.

Aus Standardbausätzen wird individuelle Architektur

Kitbashing beginnt mit der Frage, welche Teile eines Bausatzes wirklich gebraucht werden. Neu kombinierte Wände, veränderte Fensterachsen und ergänzende Polystyrolprofile machen daraus ein Gebäude, das exakt zur eigenen Anlage passt. Inhaltlich geprüft am 11. September 2026.

Zum Modelleisenbahn-Ratgeber