Modellbahn Keks
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Weimarlader aus dem Weimarwerk beim Verladen neben einem Güterwagen
Über 125 Jahre Industriegeschichte aus Weimar

Weimarwerk | DDR-Industrie, Weimarlader & Modelle

Von der Waggonfabrik des Jahres 1898 über das VEB Mähdrescherwerk und das VEB Weimar-Werk bis zu T170, T172 und T174: Entdecken Sie die Geschichte eines bedeutenden Thüringer Industriestandortes und die passenden Weimarlader-Modelle für Spur H0 und TT.

Industriegeschichte aus Thüringen

Was war das Weimarwerk und warum ist es für Modellbahner interessant?

Weimarwerk | DDR-Industrie, Weimarlader & Modelle verbindet Eisenbahngeschichte, Landtechnik, Baumaschinen und ostdeutsche Alltagsgeschichte auf ungewöhnliche Weise. Der Industriestandort im Norden Weimars entstand nicht als Landmaschinenfabrik, sondern als Waggonfabrik. Bereits 1898 wurden dort Eisenbahnfahrzeuge gefertigt. Damit besitzt das spätere Weimar-Werk einen direkten Bezug zur Eisenbahn, lange bevor Weimarlader und Kartoffelerntemaschinen das Bild des Betriebes bestimmten.

Nach zahlreichen Veränderungen entwickelte sich der Standort in der DDR zu einem großen Hersteller von Land- und Baumaschinen. Besonders bekannt wurden die Lader und Mobilbagger der Baureihen T170, T172 und T174. Diese Maschinen waren auf Baustellen, in Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, auf Betriebshöfen, in Kohlehandlungen, bei Meliorationsarbeiten und teilweise unmittelbar bei der Deutschen Reichsbahn anzutreffen.

Für eine Modellbahnanlage sind diese Maschinen deshalb weit mehr als dekorative Bagger. Ein Weimarlader kann erklären, was in einer Szene geschieht: Kohle wird in einen Güterwagen geladen, ein Gleisbauplatz wird versorgt, Schüttgut wird umgesetzt oder auf einem LPG-Hof werden Düngemittel verladen. Gerade auf Anlagen der Epochen III und IV entsteht dadurch eine glaubwürdige Verbindung zwischen Eisenbahn, Straße, Industrie und Landwirtschaft.

Heute gibt es besonders für H0 im Maßstab 1:87 und TT im Maßstab 1:120 eine interessante Auswahl. Auhagen bietet verschiedene T170- und T172-Bausätze, während Busch den T174-2 in mehreren Ausführungen und Farbvarianten umsetzt.

Vom Waggonbau zum Maschinenbau

Die Entwicklung des Industriestandortes Weimar-Werk

Der Name Weimar-Werk entstand erst 1964. Die industrielle Geschichte des Standortes beginnt jedoch bereits Ende des 19. Jahrhunderts und durchlief mehrere Eigentümer, Firmennamen und Produktionsprogramme.

1898

Gründung der Waggonfabrik

Am 24. Januar 1898 wurde die Waggonfabrik Weimar AG gegründet. Auf dem Gelände im Norden Weimars entstanden zunächst Güterwagen und später weitere Schienenfahrzeuge.

1946–1952

Neustart nach dem Krieg

Nach Krieg, Demontage und politischen Umbrüchen wurde der Standort als sowjetischer Betrieb weitergeführt. Waggonbau und Reparationsproduktion bestimmten diese Phase.

1952

Übergang in Volkseigentum

Am 1. Mai 1952 wurde der Betrieb als VEB Waggonbau Weimar in Volkseigentum überführt. Rund 3.500 Menschen arbeiteten zu diesem Zeitpunkt am Standort.

1953

Vom Waggon zum Mähdrescher

Nach einer kurzen Phase als VEB Kranbau wurde der Betrieb zum VEB Mähdrescherwerk Weimar. Ende 1953 entstand der erste Mähdrescher der neuen Produktionsrichtung.

1964

Der Name Weimar-Werk entsteht

Nachdem die Mähdrescherfertigung nach Singwitz verlagert worden war, erhielt der Betrieb zum 1. Januar 1964 den neutraleren Namen VEB Weimar-Werk.

1989–heute

Umbruch und neue Unternehmen

Nach der politischen Wende wurde der Großbetrieb neu strukturiert. Mehrere Nachfolgeunternehmen entwickelten einzelne Geschäftsfelder weiter. Der Industriestandort selbst besteht bis heute.

Warum wechselte der Firmenname so häufig?

Die Namen spiegeln die wechselnden Produktionsschwerpunkte wider. Waggonbau, Kranbau, Mähdrescherproduktion, Landtechnik und Baumaschinen folgten nacheinander. Der Name „Weimar-Werk“ war deshalb bewusst nicht mehr an nur ein Erzeugnis gebunden.

Ein bedeutender Großbetrieb der DDR

VEB Weimar-Werk: Landtechnik, Bagger und tausende Beschäftigte

In der DDR gehörte das Weimar-Werk zu den wichtigen Betrieben des Landmaschinen- und Baumaschinenbaus. Für die Stadt Weimar hatte der Betrieb eine enorme Bedeutung. In den 1960er-Jahren arbeiteten dort mehr als 4.000 Menschen. Für 1989 werden einschließlich der Betriebsteile 5.911 Beschäftigte genannt. Neben der eigentlichen Fertigung gehörten Ausbildung, Entwicklung, Versorgung und weitere betriebliche Einrichtungen zum umfangreichen Werksleben.

Besonders interessant ist die Spezialisierung der Produktion. Der Mähdrescherbau wurde 1962 nach Singwitz verlagert. In Weimar konzentrierte man sich zunehmend auf Kartoffelerntetechnik sowie Lader und Mobilbagger. 1981 verließ bereits die 80.000. Kartoffelerntemaschine das Werk. Maschinen wie E684, E686, T174 oder später T188 stehen deshalb für unterschiedliche Seiten derselben Industriegeschichte.

1970 wurde der Betrieb Teil des Weimar-Kombinats. Ende der 1970er-Jahre erfolgte die Eingliederung in das Kombinat Fortschritt Landmaschinen. Gerade für eine DDR-Modellbahnanlage mit Deutscher Reichsbahn eröffnet diese Entwicklung viele Gestaltungsmöglichkeiten: Bahnanschlüsse, Werksverkehr, Güterwagen, LPG-Szenen, Bauplätze und Betriebshöfe können glaubwürdig miteinander kombiniert werden.

Industriegeschichte auf der Modellbahn erzählen

Ein VEB-Werkhof neben einem Anschlussgleis, ein T172 an einer Kohleverladung oder ein T174 auf einer Baustelle macht aus einzelnen Fahrzeugmodellen eine nachvollziehbare Betriebsszene.

Zur Deutschen Reichsbahn
Die bekanntesten Maschinenfamilien

T170, T172, T174 und Kartoffelerntetechnik im Überblick

Typ Einordnung Zeitliche Bedeutung Typische Modellbahnszene
T170 Universeller Lader Nullserie ab 1957, frühe Weimarlader-Generation Kohlehandel, Lagerplatz, Landwirtschaft und Betriebshof
T172 Weiterentwickelter Seilzuglader Serienproduktion ab 1962 Bahnmeisterei, Kohleverladung, Melioration und Werkhof
T174-1 Mobilbagger Produktionsanlauf 1967 Baustelle, Straßenbau, Industrie und Landwirtschaft
T174-2 Weiterentwickelter Mobilbagger Serienproduktion ab 1975 Baukombinat, LPG, Schrottplatz, Düngemittel und Güterumschlag
E686 Rodetrennlader / Kartoffelerntetechnik Produktionsanlauf Anfang der 1980er-Jahre Landwirtschaft, LPG, Feldrand und Güterverladung
T188 spätere Mobilbagger-Generation Produktionsanlauf Ende der 1980er-Jahre späte Epoche IV und frühe Nachwendezeit

Für Modelleisenbahner sind gegenwärtig vor allem T170, T172 und T174-2 interessant, weil dafür mehrere konkrete H0- und TT-Modelle angeboten werden.

Weimarlader für die Modellbahn

Welche Weimarwerk-Modelle gibt es in H0 und TT?

Die größte Auswahl konzentriert sich aktuell auf Spur H0 und TT. Besonders Auhagen und Busch decken mehrere Generationen und Einsatzgebiete ab. So kann eine Szene gezielt nach Epoche und Aufgabe zusammengestellt werden.

Vom Einzelmodell zur glaubwürdigen Szene

So setzen Sie Weimarlader auf der Modelleisenbahn richtig ein

1

Bahnmeisterei und Gleisbau

Typisches DR-Motiv
T172, Materialwagen und Arbeiter kombinieren

Ein T172 neben Materialstapeln, Schwellen, Schotter und einem Arbeitswagen wirkt besonders glaubwürdig. Ergänzen Sie Werkzeuge, Bahnarbeiter und einen kleinen Lagerplatz.

2

Kohlehandel und Güterbahnhof

Schüttgut sichtbar umsetzen
Greifer, Kohlebansen und Güterwagen als Einheit

T170 und T172 passen hervorragend an Kohlebansen. Offene Güterwagen, Waage, LKW und Kohlehaufen erzählen sofort, warum der Lader an dieser Stelle steht.

3

LPG und Landwirtschaft

DDR-Landtechnik inszenieren
Düngemittel, Anhänger und Feldwege ergänzen

Der T174-2 mit Düngemitteltrichter eignet sich besonders für Agrarchemische Zentren und LPG-Motive. Traktoren, Anhänger, Silos und Wirtschaftsgebäude runden die Szene ab.

4

Industriebetrieb mit Anschlussgleis

Werkbahn und Straße verbinden
Materialumschlag direkt am Gleis darstellen

Fabrikhallen, Verladerampe, offene Wagen, IFA-LKW und ein Weimarlader ergeben ein überzeugendes VEB-Motiv der Epoche IV.

Maßstab und Wirkung

Welche Spurweite bietet Weimarwerk-Modelle?

Spur Maßstab Weimarlader-Auswahl Besondere Stärke
H0 1:87 T170, T172 und T174-2 Sehr gute Detailwirkung und große Auswahl an DDR-Fahrzeugen
TT 1:120 T170, T172 und mehrere T174-2 Varianten Besonders starke Auswahl für ostdeutsche Modellbahnthemen
N 1:160 nur sehr eingeschränkt DDR-Industrieszene über alternative Fahrzeuge darstellen
Z / 0 / 1 / G unterschiedlich kaum reguläre Weimarlader-Serienmodelle Thema über Gebäude, Fahrzeuge und Industrieumfeld interpretieren

Für einen konkreten Weimarlader-Schwerpunkt sind H0 und TT derzeit die naheliegendsten Nenngrößen. Wer noch zwischen beiden schwankt, findet eine zusätzliche Entscheidungshilfe im Vergleich Spur H0 oder Spur TT .

Modelle und passendes Umfeld

Hersteller für Weimarlader und DDR-Szenen

Auhagen und Busch stellen die wichtigsten aktuellen Weimarlader. ESPEWE ergänzt die H0-Szene mit IFA-, Robur- und weiteren DDR-Nutzfahrzeugen.

Sortiment direkt aus dem Modellbahnshop

Aktuelle Weimarlader und passende Baufahrzeuge filtern

Beim Seitenaufruf werden zusätzliche passende Artikel aus den Warengruppen Baufahrzeuge, Fahrzeug-Bausätze sowie Traktoren und Landmaschinen geprüft. Eindeutig archivierte Artikel werden dabei nicht übernommen.

Passende Weimarwerk-Modelle werden angezeigt.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten zum Weimar-Werk und Weimarlader

Wann wurde das Weimarwerk gegründet?

Der Industriestandort geht auf die am 24. Januar 1898 gegründete Waggonfabrik Weimar AG zurück. Der eigentliche Name VEB Weimar-Werk wurde erst ab 1. Januar 1964 verwendet.

Was wurde im Weimar-Werk hergestellt?

Das Produktionsprogramm änderte sich mehrfach. Es reichte vom Waggonbau über Krane und Mähdrescher bis zu Kartoffelerntetechnik, Ladern und Mobilbaggern.

Was ist ein Weimarlader?

Der Begriff wird für verschiedene in Weimar gefertigte Lader und Mobilbagger verwendet. Besonders bekannt sind T170, T172 und die späteren T174-Varianten.

Wann wurde der T170 gebaut?

Die Entwicklung war 1957 so weit fortgeschritten, dass die Nullserie gefertigt werden konnte. Der T170 gehört damit zu den frühen bekannten Ladern des Weimarer Werkes.

Wann kam der T172?

Die Produktion des T172 begann 1962. 1967 wurde bereits der 8.817. T172 fertiggestellt, während gleichzeitig die nächste Mobilbaggergeneration anlief.

Wann wurde der T174 produziert?

Der T174-1 ging 1967 in Produktion. Die überarbeitete Variante T174-2 folgte ab Mitte der 1970er-Jahre und wurde zu einem besonders bekannten DDR-Mobilbagger.

Welche Spurweite eignet sich für Weimarlader?

Die interessanteste reguläre Modellauswahl gibt es derzeit für H0 im Maßstab 1:87 und TT im Maßstab 1:120.

Welche Hersteller bieten Weimarlader-Modelle an?

Im aktuellen Modellbahnshop-Sortiment sind vor allem Auhagen und Busch relevant. Auhagen bietet mehrere T170- und T172-Modelle, Busch verschiedene T174-2-Ausführungen.

Zu welcher Epoche passen Weimarlader?

Frühe Typen passen besonders zu Epoche III. T172 und vor allem T174 sind sehr typische Fahrzeuge der Epoche IV. Manche Maschinen waren auch nach 1990 noch im Einsatz.

Wie kann man einen Weimarlader realistisch einsetzen?

Besonders überzeugend wirken Kohlehandel, Bahnmeisterei, Güterbahnhof, LPG, Agrarchemisches Zentrum, Baustelle, Schrottplatz oder ein Industriebetrieb mit Anschlussgleis.

Vom Weimar-Werk zur kompletten DDR-Modellbahnwelt

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